23. Tag der Heimatpflege 2016
- eine stabile Tradition wird fortgesetzt
 
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09.04.2016, Barnstädt, es berichtet Rainer Lautenschläger:
Der 23. Tag der Heimatpflege war ein voller Erfolg.

Die Chronikgemeinschaft Barnstädt sowie das Museum Burg Querfurt und der Altertums- und Verkehrsverein Querfurt und Umgebung e.V. luden zu schon traditionellen Tag der Heimatpflege auf den Saal des Göhritzer Bauernstübchen ein.

Zu diesem Ereignis konnte Heiko Einecke, leitender Museologe der Burg Querfurt mit Konrad Schuberth und Tobias Schwesinger zwei Personen gewinnen, die in ihren Beiträgen wohl viele Gäste anlocken würden. Und so war es auch. Vor etwa 90 Teilnehmern an diesem Heimattag eröffnete der Vorsitzende des Altertumsvereins, Dr. Konrad Kühne, pünktlich 9.30 Uhr die Veranstaltung. Anschließend begrüßte die Verbandsbürgermeisterin der Verbandsgemeinde Weida-Land, Roswitha Meyer, alle Anwesenden und überreichte dem Altertumsverein einen Scheck über 100 Euro. In Vertretung des Landrates des Saalekreises überbrachte Petra Sauerbier die herzlichsten Grüße und wünschte der Veranstaltung viel Erfolg.
Der erste Redner, Konrad Schuberth vom Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), sprach über das Thema: Mit „Gottessegen“ in die Tiefe - die kurze Ära des Barnstädter/Querfurter Braunkohlenbergbaus. Anhand von Karten, Bildern und Grafiken zog er die Gäste in seinen Bann. Gespannt verfolgten alle seinen Vortrag und erfuhren dabei viel Neues über den Bergbau in unserer unmittelbaren Umgebung.

Nun erfolgte eine Kaffeepause, in der auch Material von Herrn Schuberth erworben werden konnte. Hier konnten sich die Teilnehmer auch in die vorliegenden Essenlisten eintragen.

Der nächste Höhepunkt war der Bericht von Tobias Schwesinger aus Coburg über den Münzfund von Barnstädt aus dem Jahre 1952. Hierüber schrieb er eine Bachelorarbeit an der Hochschule für Technik, Wissenschaft und Hochschule Leipzig. Im Juni 1952 fand Kurt Bohndorf beim Bau einer Schweinhütte im Grundstück der damaligen Querfurter Straße 2 einen Münzschatz mit 93 Silbermünzen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, die er dem Bodendenkmalpfleger und gleichzeitigem Bürgermeister, Paul Pflock, übergab. Er meldete den Fund an das Landesmuseum Halle, vom dem dieser auch abgeholt wurde.

Herr Schwesinger gab eine kurze Einführung in die Geschichte der Münzen und stellte dabei einige in Barnstädt gefundene bildlich dar.

Zu Schluss der Vortragsreihe berichtete der „Lokalmatador“ und Ortschronist, wie ihn Dr. Kühne vorstellte, Rainer Lautenschläger über Göhritz, kleines Dorf mit langer Geschichte. Dies nahm er wörtlich und erzählte etwas mehr als eine Stunde über Göhritz. Ebenso wir seine Vorredner nutzte er Anschauungsmaterial, um seinen mit z. T. Humor dargebotenen Geschichtsabriss zu präsentieren.

Nun ging es zu Mittagspause, die der unten im Bauernstübchen das Essen eingenommen werden konnte. Dabei fanden auch viele anregende Gespräche statt. An dieser Stelle möchten wir dem Gastwirt, Lutz Böhme und seinen Mitarbeiterinnen, ein herzlichen Dank für die Bewirtung und die Bereitstellung sowie Vorbereitung des Saales aussprechen.
Gegen 14.00 Uhr erfolgte dann der Rundgang durch den bis zum 31. März 1939 politisch selbstständigen Ort Göhritz, denn seit dem 1. April ist er ein Ortsteil von Barnstädt.

Vorher gab der Vorsitzende des Altertumsvereins noch den nächsten Ort des 24. Tages der Heimatpflege bekannt. Es wird Artern sein.

Vor der Kirche St. Kilian berichtet Heiko Einecke, leitender Museologe der Burg Querfurt, über die Baugeschichte des Kirchturms. Anschließend wurde das Innere der Kirche besichtigt. Vom hölzernen Altar und die sich im oberen Teil der Sakristei befindlichen mittelalterlichen Truhen waren viele begeistert. Vorbei am Schöneburger Teich und dem eigentlichen früheren Eingang von Göhritz, den Luppens Weg, ging es durch das Grundstück von Gerald Reichmann.

Im Durchgang zum Hof konnten sehr interessante Gegenstände, u. a. auch eine in Holz gebundene Bibel, besichtigt werden. Herr Reichmann zeigte auch den Wohnraum von einer Flüchtlingsfamilie nach dem Zweiten Weltkrieg, die sich über einer Stallanlage befand.
Über den Lederberg, vorbei an der ehemaligen Fleischerei von Otto Vogel und der Schmiede von Otto Gräfe gelangten die Teilnehmer zum Bäckerteich, der Friedenseicher, die am 3. Oktober 1990 gepflanzt wurde, in die Schulstraße. Hier befand sich die damalige Schule von Göhritz und eines der ältesten Häuser, das im Jahre 1754 von einem Brand verschont geblieben war (lt. Haustafel).

Vorbei am Kriegerdenkmal der Gefallenen des Ersten Weltkrieges und dem Spritzenhaus, das 1894 neu erbaut wurde, führte der Weg zur Hopfendarre und dem Gebäude der ehemaligen Hopfenpflückanlage in die Straße Am Hopfengarten. Hier verließen die Wanderfreudigen das ehemalige Territorium von Göhritz und begaben sich in die Barnstädter Flur.

Es ging weiter zur Bodenreformlinde, die anlässlich des 10. Jahrestages der Durchführung der Bodenreform im September 1955 gepflanzt wurde, durch den Schrebergarten „An der Waidaquelle“ und ihrer von 2 Eisenbahnwaggons umgestalteten Vereinsgaststätte bis zur Quelle des Weidenbaches, oder der Weidaquelle. Hier berichtete Klaus Bohndorf von der alten und neu gestalteten Quelle.
Ein herzlichen Dank muss an dieser Stelle auch an Petrus ausgesprochen werden, der den ganzen Tag die Sonne hat scheinen lassen.
Im Göhritzer Bauernstübchen konnte zum Abschuss des erfolgreichen Tages noch hausgemachter Kuchen zu sich genommen werden. Dabei lief noch eine Bildpräsentation über den Rundgang durch Göhritz.
Vielen Dank an alle, die zum Gelingen dieses Tages beigetragen haben sagt

Chronikgemeinschaft Barnstädt


Und an dieser Stelle wollen auch wir, die Mitglieder des Altertums- und Verkehrsvereins Querfurt und Umgebung eV uns bei den Organisatoren, insbesondere auch für die Gastfreundschaft der Mitglieder der Chronikgemeinschaft Barnstädt recht herzlich und aufrichtig bedanken. Gemeinsam ist ein äußerst interessanter Tag gestaltet und damit ein besonderer Höhepunkt im Jahr 2016 geschaffen worden.
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