Landgrafroda
- ein Dorf mit langer Geschichte


Historische Berichte
1. Großes Brandunglück in Landgrafroda 1930
Es ist Samstag, der 05. Juli 1930. In Landgrafroda bricht ein Großfeuer aus, durch das ein Gehöft vollständig zerstört und ein zweites stark in Mitleidenschaft gezogen wird. Aus einem Bericht in der Allstedter Presse vom Montag, dem 07. Juli 1930 erfahren wir Folgendes:

"Großfeuer in Landgrafroda
Am Sonnabend Nachmittag, in der dritten Stunde, wurde die Allstedter Motorspritze nach Landgrafroda geordert. Bei einem um diese Zeit niedergehenden Gewitter hatte der Blitz in die nebeneinanderstehenden Scheunen des Landwirts und Bürgermeisters Otto Schnicke und in die des Landwirts Alfred Schnicke eingeschlagen. Im Nu standen die beiden Scheunen in hellen Flammen, die sich mit großer Geschwindigkeit auch auf die Stallungen und ebenfalls auf das Wohnhaus des Bürgermeisters Otto Schnicke ausdehnten. Als die Allstedter Motorspritze an der Brandstelle eintraf, bestand ihre Aufgabe in der Hauptsache darin, ein Übergreifen des Feuers auf das Wohnhaus des Landwirts Alfred Schnicke und das auf der anderen Seite des Brandherdes befindlichen Gehöftes des Schmiedemeisters Hecker zu verhindern. Durch viele hilfsbereite Hände der Landgrafrodaer Einwohner war es wenigstens möglich, das Vieh, wenn auch unter mancherlei Gefahren, aus den Ställen zu retten. Verbrannt sind trotzdem noch 2 Schweine, gleichfalls mussten 2 Schweine sofort abgestochen werden, da sie schwere Brandwunden davongetragen hatten. Ferner sind 2 Kettenhunde und verschiedenes Geflügel in den Flammen umgekommen. Die Akten sowie verschiedenes Mobiliar aus dem Bürgermeistergebäude konnten in Sicherheit gebracht werden. Als erste Wehr gab, außer der Landgrafröderschen, die Allstedter Motorspritze Wasser. An sonstigen Wehren waren noch anwesend die von Ziegelroda, Schönewerda, Heygendorf, Mönchpfiffel, Wolferstedt, Winkel und Nikolausrieth, in Tätigkeit brauchten jedoch nur die drei erstgenannten zu treten. Wenn auch ein Übergreifen des Feuers auf das Anwesen des Landwirts Alfred Schnicke verhindert werden konnte, so hat das Gebäude durch die gewaltigen Wassermassen, die hineingeschleudert wurden, ebenfalls sehr gelitten, wie überhaupt die von dem Unglück betroffenen trotz Versicherung schweren Schaden an Hab und Gut erleiden. Eine rauchende Trümmerstätte ist heute das einzige, was von den beiden stattlichen Anwesen übrig geblieben ist. Da wo am Sonnabend noch Freude am Schaffen waltete, herrscht heute tiefe Betrübnis über des Schicksals Tücke. Ein baldiger Wiederaufbau der Gehöfte wird sich schon aus dem Grunde nötig machen, da ja in den nächsten Wochen die Ernte geborgen werden muss. Wir hoffen, dass es den vom Unglück so hart Betroffenen möglich sein wird, recht bald wieder im eigenen neuen Anwesen zu wirtschaften. Die Allstedter Wehr war bis abends 1/2 10 Uhr an der Brandstelle."
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