Bekannte Persönlickeiten aus unserer Heimat
Karl August Gottlieb Sturm
*10.01.1803,  +21.02.1886
Leben und Werk eines Querfurter Chronisten
Im „Querfurter Tageblatt“ schrieb 1930 der Lehrer Ernst Ihle:

„Einer der bekanntesten Querfurter Chronisten, der arbeitsfrohe, von der Liebe zur Heimat erfüllte Karl August Gottlieb Sturm, ist es wert, dass das Gedächtnis seiner Persönlichkeit und seines Schaffens in unserer Heimat festgehalten werden.“

Dies ist auch Anliegen dieses Beitrages.
Am 10. Januar 1803 erblickte Karl August Gottlieb Sturm in Querfurt das Licht der Welt.

Er war das dritte von sieben Kindern und hatte außerdem noch zwei Geschwister aus der ersten Ehe seines Vaters Johann Friedrich Sturm, Ackerbauer und Schneidermeister.
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Fred Winter
Ehrenmitglied des
Altertums- und Verkehrsvereins Querfurt
und Umgebung e.V.
Im „Querfurter Kreisblatt“ vom 2. März 1886 heißt es:

„Der den älteren Lesern des Kreisblattes als Chronist bekannte emeritierte Lehrer und Cantor von Goseck, Sturm, ist daselbst im 84. Lebensjahr verstorben, 7 Wochen nach dem Tode seiner Ehefrau.“
Geburtshaus Sturm's mit Gedenktafel
   am Oberen Freimarkt in Querfurt
Chronist Karl August Gottlieb Sturm
(Zeichnung von Sandy Barczewski-Böttcher)
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Frühzeitig erwachte in dem jungen Sturm der Gedanke, Lehrer zu werden. Dies war auch der Wunsch des Vaters. Die Voraussetzung wurde durch den Besuch der Bürgerschule in Querfurt geschaffen, die er erfolgreich abschloss. Obwohl er ja eigentlich Lehrer werden wollte, reiste er auf Veranlassung seines Onkels, des Vizelandrichters Heydrich, Ostern 1818 nach Potsdam. Hier sollte er bei seinem Vetter Heiße das Orgelbauerhandwerk erlernen. Die körperliche Schwäche von Sturm und der unfreundliche, griesgrämige Meister bewegten Karl August Gottlieb bald, seine Lehre wieder aufzugeben. In der Druckerei von Carl Gottlieb Ramftler (heute Freimarkt 10-12 in Querfurt) begann Sturm die Lehre zum Typografen (Schriftsetzer). 1822 endete die Lehrzeit und Sturm ging nach Halle, um dort seinen Beruf auszuüben.

1824 begannen seine Reisen als freigesprochener Geselle. Es waren immer Fußmärsche. Anstellungen fand er dabei in Höxter, Pyrmont, Kopenhagen und in Leipzig bei der Firma Brockhaus (1827/28). Bei den wiederholten Aufenthalten in Pyrmont hatte Sturm Bekanntschaft mit dem Zeichenlehrer und Maler J. Niebuhr, dem Maler Prof. Carl Teichmüller sowie dem Bildhauer Johann Friedrich Drake. Prof. Teichmüller war es auch, der die Federzeichnungen von Sturm mit viel Lob bedachte. Hier wurde sicher der Grundstein für sein späteres Sammelwerk „Flora exotika“ mit über 260 farbigen Pflanzenzeichnungen gelegt.

1830 kehrte Sturm nach Querfurt zurück. Jetzt wollte er seinen Jugendtraum verwirklichen und so bereitete er sich auf die Lehrerprüfung vor. Sein Examen zum Schulmeister (Wahlfähigkeitsprüfung) bestand er am 3. September 1832 mit der Bewertung „ziemlich gut“.

Nach kurzen Anstellungen als Schulamtvikar in Leimbach und Lehrer in Lobitsch ging er im August 1835 nach Goseck. Sturm hatte sich beim Rittergutsbesitzer Karl Eduard von Brandenstein in Goseck um das dortige Lehramt beworben und wurde am 14. August 1835 als Schulmeister und Kontor zu Goseck und Eulau eingestellt.

Am 24. Juli 1836 heiratete er Friederike Hohenthal aus Uichteritz. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor.

In Goseck erwachte der Chronist in Karl August Gottlieb Sturm und er begann sich ernsthaft mit der Geschichte seines Wohnortes, später dann auch seines Geburtsortes und anderer umliegender Städte aber auch mit historischen Ereignissen seiner Umgebung zu beschäftigen. So entstanden:
1844 „Goseck und seine Umgebung“
1845, 1846 „Große und Kleine Chronik von Querfurt“
1847, 1869 „Große und Kleine Chronik von Weißenfels“
1857 „Schlacht bei Rossbach“
1861 „Geschichte und Beschreibung von Goseck“
1875 „Erlebnisse und Reisen“

Desweiteren veröffentlichte Sturm im Zeitraum von 1841 bis 1875 in Büchern und Tageszeitungen über zwanzig geschichtliche Abhandlungen, so auch Sagen aus seiner Heimat.

37 Jahre war Sturm Lehrer in Goseck, bis ihn eine schwere Krankheit (Bruch- und Brustleiden) veranlasste, sein Amt niederzulegen.

Karl August Gottlieb Sturm starb am 21. Februar 1886 in Goseck.
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